11.11.2014

Feinwerkmechanikpreis 2014 für die EGA von TEXMER

[siehe Video] Der 1. M&T-Feinwerkmechanikpreis 2014 wurde von der Jury an die Firma TEXMER vergeben für die Entwicklung und Konstruktion ihrer elektronisch geregelten Abspuleinheit „EGA“.


M&T-Feinwerkmechanikpreis 2014 für die elektronisch geregelte Abspuleinheit von TEXMER



Pressemitteilung: Wirtschaft und Karriere







Strahlende Gesichter gestern Abend bei Bernhard Hahner (50) und Lothar Fleck (46): Die Geschäftsführer des Petersberger Unternehmens Texmer aus der Stahlbau-Hahner-Firmengruppe haben den Deutschen Metallbaupreis in der Kategorie Feinwerkmechanik erhalten. Das ist der prestigeträchtigste Preis, den die deutsche Metallbaubranche vergibt.

Ausgezeichnet wurde die Firma Texmer für die Entwicklung und Konstruktion der elektronisch geregelte Abspuleinheit "EGA".  Texmer gehört  seit 14 Jahren zu Bernhard Hahners  Firmengruppe.

Die Erfindung findet Anwendung in vielen hochwertigen Kunststoffprodukten für die Automobilindustrie und die Flugzeugherstellung. Auch die Silberfäden, die bei der Banknotenherstellung in das Papier kommen, rollen sich von Spulen ab, die mit dem EGA aus Osthessen gesteuert werden, berichtet der Unternehmer und Maschinenbau-Ingenieur Bernhard Hahner.

Die Jury lobte, das Unternehmen habe die EGA in kompletter Eigenentwicklung von der Idee bis zur Realisierung im eigenen Haus konzipiert, konstruiert und im Markt eingeführt. "Mit der elektronisch geregelten Abspuleinheit wird die Fadenspannung von hochempfindlichen Carbonfasern bei der Verarbeitung ständig konstant gehalten. Die Fähigkeit des Regelungssystems, die Fadenspannung elektronisch konstant zu halten, ohne den Faden zu berühren, ist weltweit einmalig. Dieses Alleinstellungsmerkmal verhalf der EGA zum sofortigen Durchbruch", sagte der Laudator Manfred Gärtner, selbst Maschinenbauer aus Viernheim und seit September Landesinnungsmeister des Landesverbands Hessen.

Das Preiskomitee war der Meinung, dass das Siegerobjekt überzeugend beweise, wie ein innovativer Betrieb mit seinem Know-how, seiner Risikobereitschaft und mit überwiegend eigenen Kräften und Mitteln ein komplett neues Produkt bis zur Weltmarktreife entwickeln und erfolgreich am Markt einführen könne.

Die Hahner-Gruppe war zunächst Lieferant von Texmer: Der Stahlbauer lieferte die Stahlbaukonstruktionen für Abrollgestelle, auf denen sich die Spulen mit textilen Fäden befinden. Als Geschäftsführer Leonhard Hauers einen Nachfolger suchte, übernahm Hahner im Jahr 2000 das Unternehmen und entwickelte die Gatter, also die Gestelle für Spulen, immer weiter. Die technische Herausforderung ist, die Spannung des sich abrollenden Fadens immer konstant zu halten, auch wenn die Rolle immer dünner wird. Die von anderen Unternehmen bisher angebotene Lösung arbeitete mit Mess-Sensoren, die den Fader aber berühren und somit schädigen.

Hahners Lösung: Er misst die Geschwindigkeit des Fadens und die Drehzahl der Spindel. "Daraus kann ich das Drehmoment errechnen. Das ist mathematisch beherrschbar", erklärt der Unternehmer. Von der vollen bis zur leeren Spule wird die Spannung konstant gehalten, was für eine hohe Qualität der Endprodukte unverzichtbar ist. Die Lösung ist für ihre Anwender auch  wirtschaftlich. Mit der elektronischen Steuerung ist ein Fadenbruchsensor verbunden.

Texmer beliefert von Böckels aus in die gesamte Welt mit Schwerpunkt Europa. Texmer ist zu 50 Prozent an einem Joint-Venture in China beteiligt, von wo aus der gesamte chinesische Markt versorgt wird. In China werden  mechanische Bremsen, nicht die elektronisch geregelten Abspuleinheiten produziert.

Das Unternehmen Texmer beschäftigt insgesamt 15 Mitarbeiter. Im September  zog die Firma von ihrem bisherigen Standort in Tiefengruben in einen Neubau am Hauptsitz in Petersberg-Böckels. Der Deutsche Metallbaupreis wird von der Zeitschrift M&T-Metallhandwerk  verliehen. Sie ist das  Publikationsorgan des Bundesverbandes Metall.

Quelle: Fuldaer Zeitung / Autor: Volker Nies